Wasseraufbereitung für...

 

...Trinkwasser


Legionellen

Besonders häufig (ca. 80 Prozent) tritt der Erreger der Legionärskrankheit, Legionella pneumophila, der erst 1976 entdeckt wurde, auf. Bekannt wurde die Krankheit durch ein Veteranentreffen der American Legion in Philadelphia. Während des Treffens brach in einem Hotel, in dem viele Teilnehmer untergebracht waren, innerhalb weniger Tage eine seuchenhaft verlaufende Krankheit aus. 231 Besucher erkrankten, 35 starben an den Folgen.

 

Erreger der Legionärskrankheit zapfen den Materialtransport von Immunzellen an. Der Erreger der Legionärskrankheit, Legionella pneumophila, verursacht bei Infektionen der Lunge eine akute Lungenentzündung. Das Bakterium geht dabei besonders raffiniert vor: Es dringt gezielt in Zellen des menschlichen Immunsystems ein und injiziert eine Fülle von Proteinen, die in die normalen zellulären Prozesse eingreifen (Innovations-Report 2010).

 

Unsere unten aufgeführten Beispiele verdeutlichen sehr eindringlich, wie verbreitet Infektionen durch Legionellen sind, welche immensen


wirtschaftlichen Schäden verursacht werden können und wie schwierig häufig eine zielgerichtete Bekämpfung ist.


Als bedeutendste Infektionsquellen für Legionellen sind zu nennen:

  • Offene Rückkühlwerke ("Cooling Towers") von Klimaanlagen
  • niedertemperierte Warmwassersysteme von Gebäuden
  • hochbelastete Whirlpools, "Hot Tubs", "Hot Spas"
  • Aerosol produzierende Geräte (Nebelerzeuger, Luftbefeuchter)


Eine große Anzahl von Legionellosen wird nach Urlaubsaufenthalten, z.B. im Mittelmeergebiet beobachtet. Ungeklärte Lungenentzündungen oder Bronchialerkrankungen nach Aufenthalten in warmen Ländern sollten deshalb immer im Hinblick auf eine mögliche Legionelleninfektion untersucht werden. Die European Working Group on Legionella Infection (EWGLI) dokumentiert zentral alle Berichte über touristisch erworbene Legionellosen und alle Hotels, in denen Infektionen aufgetreten sind.

 


Historie über Legionellenepidemien

Die nachfolgend beschriebenen Legionellenepidemien aus den Jahren 1999-2013 sollen exemplarisch deutlich machen, welche Quellen für eine Infektion Bedeutung haben, und dass Infektionen weltweit und auch heute immer noch mit einem hohen Anteil von Todesfällen vorkommen.


Express.de 29.07.2013 Im Kölner Stadtteil Sülz sind Legionellen im Trinkwasser nachgewiesen worden. Betroffen sind 56 Wohnungen, die der Wohnungsgesellschaft des Stadtwerke-Konzerns (WSK) gehören. Den Bewohnern wurde untersagt, die Duschen zu benutzen. Es könnten schwere Atemwegs- und Lungenerkrankungen durch die Legionellen ausgelöst werden. "Wir hatten gar keine andere Wahl: Legionellen werden durch den Wasserdampf eingeatmet, der beim Duschen entsteht", erklärte Stadtwerke-Sprecher Gerhard Reinke.

 

Schwäbisches Tageblatt 19.07.2013 Tübingen und Stuttgart Hohenheim. Bei einer Routinekontrolle seien in einzelnen Wohnheimen im Studierendendorf Waldhäuser-Ost in Tübingen sowie in einem Wohnheim auf dem Campus der Universität Hohenheim Legionellen entdeckt worden, teilte das Studentenwerk am Freitag mit.

 

RP Online 29.04.2013 Meerbusch. In städtischen Gebäuden wurden deutlich zu hohe Legionellen-Werte gemessen - unter anderem im Hallenbad und der Gesamtschule. Aktuell sind auch die Duschen der Adam-Riese Schule betroffen und dürfen nicht genutzt werden.

 

Süddeutsche Zeitung München 23.01.2013 Ude darf nicht mehr duschen. Im Rathaus am Marienplatz wurde in einigen Wasserleitungen eine extrem hohe Konzentration von Legionellen festgestellt. Räume mussten gesperrt werden, die Duschen dürfen nicht genutzt werden.

 

Neue Presse Hannover 03.12.2012 Die Gefahr kommt aus der Dusche. Duschen verboten: In einem Mehrfamilienhaus in Ahlem wurde eine zu hohe Konzentration von Legionellen festgestellt. Das Gesundheitsamt hat das Verbot verhängt.Das die zu hohe Anzahl an Legionellen festgestellt werden konnte, liegt an einer Änderung der Trinkwasserverordnung, die am 1. Nov.2011 in Kraft getreten ist. Sie schreibt jährliche Kontrollen vor.

 

Mainpost 28.08.2012 Ein gravierender Fall von Legionellen ist in Rottendorf eingetreten. In einem Hochhaus mit 80 Wohneinheiten wurde bei einer Routine-Kontrolle eine extrem hohe Legionellen-Konzentration von 20400 Kolonien bildenden Einheiten pro 100 Milliliter gemessen. Das Gesundheitsamt Würzburg verhängte ein Duschverbot. Auch das Schweinfurter Gesundheitsamt musste bereits Anfang des Jahres ein Duschverbot verhängen. Hier haben neun von 25 bislang vorliegenden Untersuchungen mittlere bis hohe Kontaminationen ans Licht gebracht.

 

Radio Stimme Russlands 07.06.2012 In der schottischen Hauptstadt Edinburgh haben sich Dutzende Menschen mit Legionärskrankheit (Legionellose) infiziert. Die todgefährliche Fiber greift Lungen, Nervensystem und Magen-Darm-System an. Mehr als 20 Ansteckungsfälle sind bereits bestätigt worden. Eine Person ist der Erkrankung erlegen. Die Ursache des Fiberausbruchs wird von Ärzten gerade untersucht. Vermutlich sind es die industriellen Emissionen aus einem Werk, das sich in der Stadt befindet. Die Mikroorganismen, die Legionellose verursachen, vermehren sich rasch in den Wasser- und klimaanlagen.

 

Berliner Kurier 20.03.2011 Ekel-Bakterien suchen Berlins Krankenhäuser heim: Jedes zweite hatte seit 2005 ein echtes Legionellen-Problem! 35 der 69 Kliniken waren betroffen.

 

CityNews 22.01.2011 In einer Grundschule in Dresden wurden bei einer Überprüfung der Warmwasserleitung in den Duschräumen Legionellen festgestellt. Um eine Infektion der Schüler zu verhindern, wurden die Räume sofort gesperrt.

 

Bayerischer Rundfunk 12.10.2010 Die Meldung klingt alarmierend: Jede achte Trinkwasserprobe aus öffentlichen Gebäuden ist offenbar mit Krankheitserregern belastet! Experten fürchten, dass es in Privathaushalten nicht viel besser aussieht. ZITAT Dr. med. Hubert Maiwald, Referat f. Umwelt und Gesundheit: "Wir haben natürlich Erkrankungsfälle auch aus dem Privatbereich. Hier stellen wir fest, dass in Einfamilienhäusern ungefähr jedes zwanzigste ein Legionellenproblem hat, bei Mehrfamilienhäusern liegt die Quote bei ungefähr zehn bis fünfzehn Prozent".

 

Neue Ruhr/Neue Rheinzeitung Essen, 28.09.10 Das Trinkwasser in Deutschland weist offenbar in vielen Fällen gesundheitsgefährdende Keime auf. Untersucht wurden öffentliche Gebäude wie Kindergärten, Kasernen und Kliniken. Laut einem vorliegendem Befund wurden von 22.786 Proben im gesamten Bundesgebiet 2908 positiv auf Legionellen getestet.

 

Ulm, drei Todesopfer durch Legionellen-Welle, Januar 2010

 

Alicante, 11 Menschen mit Legionellen infiziert, Oktober 2009

 

Bad Nauheim, Legionellen in Kerckhoff-Klinik, März 2009

 

Wiehe, Legionellen in den Wasserleitungen der Grundschule, Januar 2009

 

Jena, Legionellen-Problem in Sporthallen, Dezember 2008

 

Elsdorf, Legionellen im Hallenbad, November 2008

 

Saint-Raphael (Var), Tourist stirbt nach Infektion mit Legionellose in südfranzösischer Ferienanlage, August 2008

 

Witten, Legionellen im Martmöller-Gymnasium, Mai 2008

 

Klagenfurt, Legionellenalarm im LKH, März 2008

 

Feldkirch, Frau verstarb an Legionellen, September 2007

 

Moskau, Vier Todesopfer durch Legionärskrankheit, August 2007

 

Kirn, Legionellen in den Duschen der Kyrau-Halle, Januar 2007

 

Amsterdam: 1 Toter und 23 infizierte Menschen durch Legionellen - verseuchten Wasserdampf aus Kühltürmen, Juli 2006

 

ZDF Wirtschaftsmagazin WISO lässt 13 Berliner Schwimmbäder auf Legionellen untersuchen. Ergebnis: In neun Bädern werden Legionellen gefunden! Mai 2006

 

Buchholz: Trotz thermischer Desinfektion noch immer erhöhte Legionellenkonzentrationen im Bad, April 2006

 

Klepperbad Rosenheim wegen Legionellen geschlossen, März 2006

 

Pennenfeld, Legionellenbefall im Sportpark Februar 2006

 

In mehreren Wiener Bädern ist die Konzentration gefährlicher Legionellen-Bakterien sehr hoch, Januar 2006

 

16 Tote durch Legionärskrankheit in einem Altenheim in Ontario, Oktober 2005

 

Salzwedel, Legionellen in vier Wohnblöcken entdeckt, August 2005

 

Uetze und Seelze, Legionellen in den Schulzentren entdeckt, April 2005

 

Amsterdam, Amstel Intercontinental Hotel, wegen Legionellen geräumt, Oktober 2004


Berlin, Legionellenalarm im Ritz-Carlton Hotel, Juli 2004

Campingplatz in Klagenfurth, Österreich, Juni 2004, drei Fälle, ein Todesfall

Hohe Zahlen von L.pneumophila SG1 konnten im Wassersystem nachgewiesen werden. Eine durchgeführte thermische Desinfektion blieb ohne den gewünschten Erfolg, erst eine Hochchlorung führte zur Abtötung der Legionellen. Weitere sanitärtechnische Maßnahmen sind erforderlich.

 

New Jersey, Juli 2004, zwei Erkrankungen, ein Todesfall in einem Altersheim

Beide Erkrankten (82-jähriger Mann, 76-jährige Frau) wohnten in derselben Wohneinheit. Ursache war ein kontaminiertes Warmwassersystem. Die Behörden schlossen die Wohnanlage und veranlassten eine Desinfektion.

 

Valencia, Spanien, 25 Fälle, ein Toter, Juni 2003

Im Mai und Juni ereigneten sich in Valencia zwei Ausbrüche, ein ambulanter in Alcoy und ein krankenhausbedingter auf einer Krebsstation eines Krankenhauses. Neben Patienten waren auch Besucher betroffen. Quelle für die Infektion war das Warmwassersystem des Hospitals. Das System wurde hochgechlort und anschließend die Warmwassertemperaturen erhöht.

 

Deutschland, Klinikum Frankfurt-Oder, sieben Fälle, mindestens zwei Tote, Juli 2003

Die Infektionen mehrer Patienten erfolgten offensichtlich über ein kontaminiertes Trinkwassersystem. Neben dem Warmwassersystem konnte auch das Kaltwassersystem als Infektionsquelle identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

 

Koper, Slowenien, Hotel, fünf Fälle, ein Toter, August 2002

Fünf Mitglieder einer 19-köpfigen Reisegruppe aus Sachsen erkrankten in der Legionärskrankheit, ein 73-jähriger Mann verstarb. Ursache für die Infektion war das Warmwassersystem des Hotels, das mit nur 43°C betrieben wurde.

 

Japan, Thermalquellen, 252 vermutete Fälle, sechs Tote, Juli 2002

In einem neueröffneten Thermalbad in Südjapan traten 252 Verdachtsfälle der Ledionärskrankheit und sechs Todesfälle auf. Alle Betroffenen hatten in der Anlage gebadet. Das Resort wurde von den Behörden umgehend geschlossen.

 

Barrow-in-Furness, Großbritannien, 131 Fälle, vier Tote, Juli 2002

Die Klimaanlage (offenes Rückkühlwerk) eines öffentlichen Geäudes in Barow-in-Furness (Cumbria) konnte als Quelle für 131 Legionellenpneumonien und mindestens vier Todesfälle identifiziert werden. Mehr als 300 Personen wurden mit Symptomen einer Legionärskrankheit stationär behandelt. Es handelt sich hier um den größten Ausbruch in Großbritannien.

 

Krankenhaus in Paris, zwölf Fälle, fünf Tote, Juli 2001

Im Pompidou-Krankenhaus in Paris traten im November 2000 bis Januar 2001 neun Fälle von Legionärskrankheit auf, davon drei mit tödlichem Ausgang. Änderungen am Warmwassersystem wurden vorgenommen. Trotz dieser Maßnahmen traten im Juli drei weitere Legionellosen, zwei mit tödlichem Verlauf, auf. Zusätzliche Maßnahmen im Warmwassersystem werden unternommen.

 

Murcia, Spanien, über 800 Fälle, zwei Todesfälle, Juli 2001

Die Ursache dieser weltweit größten Epidemie war offensichtlich ein kontaminiertes Rückkühlwerk im Innenstadtbereich. Durch frühzeiitige Entdeckung und ein effizientes Gesundheitsmanagement konnten offensichtlich weitere Todesfälle verhindert werden.

 

Paris, neues Krankenhaus, vier Fälle, Dezember 2000

Mindestens vier Patienten eines neu errichteten Krankenhauses in Paris erkrankten an der Legionärskrankheit. Das ultramoderne 750-Betten-Krankenhaus hatte ein halbes Jahr vorher eröffnet und war nur teilweise belegt. Offizielle Stellen vermuten, dass stagnierendes Wasser in unbenutzten Teilen des Installationssystems die Quelle der Kontamination war.

 

Japan, öffentliches Bad, 14 Fälle, ein Toter, Juni 2000

14 Personen im Alter zwischen 58 und 85 Jahren zeigten Symptome einer Legionärskrankheit, ein 73 jähriger Mann starb. Alle Personen hatten innerhalb einer kurzen Zeitspanne das Bad besucht, bevor es wegen Ausbruchs geschlossen wurde.

 

Dänemark, zwei Fälle im selben Apartmentgebäude, Frühling 2000

Zwei Personen, die im selben Wohnblock wohnten und durch dasselbe Warmwassersystem versorgt wurden, erkrankten an einer Legionärskrankheit. Legionellen konnten in beiden Wohnungen und im gesamten Zirkulationssystem des Gebäudes isoliert werden und als Ursache identifiziert werden. Die Wassertemperaturen wurden auf 60°C angehoben. Einen Monat später wurden immer noch Legionellen aus dem Wasser isoliert, allerdings in geringeren Konzentrationen. Das Wassersystem wurde dann mit Chlor desinfiziert. Über den Erfolg ist nichts bekannt.

 

South Wales, Großbritannien, fünf Fälle, zwei Tote, Februar 2000

Fünf Gäste eines Hotels in South Wales erkrankten zwischen Juli 1999 und Februar 2000 an einer Legionärskrankheit, zwei starben. Die durchgeführte Untersuchung umfasste den Swimmingpool des Hotels, den Whirlpoolbereich, das Trinkwassersystem und einen Befeuchter für zur Schau gestellte Lebensmittel. Dieser Befeuchter, der feinste Tröpfchen über gekühlte Salate und Gemüse versprühte, um einen optisch guten Zustand zu erhalten, konnte als Infektionsquelle identifiziert werden.

 

Belgien, Hotel, vier Fälle, ein Toter, Juni 1999

Bei zwei Patienten in einem niederländischen Krankenhaus wurde die Diagnose Legionärskrankheit gestellt. Beide Patienten hielten sich während einer Veranstaltung im selben Hotel in Süd-Belgien auf. Zwei weitere Fälle von Legionärskrankheit konnten auf einen Aufenthalt in dem selben Hotel zurückgeführt werden. Untersuchungen des Warmwassersystems ergaben eine massive Besiedlung mit Legionellen vom gleichen Typ wie bei den Infizierten. Die Warmwassertemperaturen lagen zwischen 42°C und 46°C. Das System wurde hyperchloriert (ca. 50 mg Chlor/Liter) und alle Auslässe mit Chlor gespült. Die Speicher wurden abgelassen, Ablagerungen entfernt und gesäubert. Nach diesen maßnahmen gezogene Proben zeigten dennoch immer noch eine hohe Kontamination mit Legionellen.. Daraufhin wurde das gesamte System auf 70°C hochgeheizt und jeder Auslass fünf Minten mit 70°C heißem Wasser gespült. Untersuchungen auf Legionellen verliefen danach negativ. Alle Hotelgäste, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne in dem Hotel abgestiegen waren, und alle Ärzte wurden informiert.

 

Deutschland, Justizvollzuganstalt, vier Fälle, September 1999

Vier Insassen eines Gefängnisses erwarben eine Legionellose. Hohe Konzentrationen von L.pneumophila SG1 wurden im Duschwasser und in anderen Teilen des Wassersystems analysiert. Zwei der kontaminieren Duschen wurden von den Erkrankten benutzt. Die Duschbereiche wurden erst drei Monate vorher neu installiert.

 

Bovenkarspel, Niederlande, Whirlpool, 192 Fälle, >20 Tote, März 1999

192 gesicherte Fälle von Legionärskrankheit mit hoher Todesrate wurden von den niederländischen Gesundheitsbehörden bestätigt. Alle Infizierten hatten die Flora Blumenshow in Bovenkarspel am Ijsselmeer besucht. Nach intensiven Untersuchungen konnte ein Ausstellungs-Whirlpool als Infektionsquelle identifiziert werden. Dieses Exponat, das mit Wasser gefüllt und erwärmt war, aber nicht desinfiziert wurde, produzierte Aerosole, die von Besuchern der Messehalle eingeatmet werden konnten und verursachte diese bisher größte Epidemie in Europa. In den Niederlanden löste die Epidemie einen Schock aus, der zu zahlreichen Verordnungen und Gesetzen führte, die das Wachstum von Legionellen in wasserführenden Systemen verhindern sollen.