z.Zt. mögliche Desinfektionsverfahren

 

Gefährdungsbeurteilung und Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung
Konzentration Beurteilung Maßnahmen
< 0,1 KBE/mL
  • in Nicht-Risikobereichen
    geringes Infektionsrisiko
  • in Hoch-Risikobereichen kein
    Nachweis von Legionellen in
    100 ml
  • periodische Kontrolle der
    Wasserqualität (1 x jährlich)
0,1 < 10 KBE/mL
  • potenzielles Infektionsrisiko
    insbesondere für Immun-
    geschwächte
  • detaillierte Kontrolle in
    Risikobereichen
  • Maßnahmen zur Kontrolle
    der Wasserqualität
  • Sanierung ist angezeigt
> 10 KBE/ml
  • ein akutes Infektionsrisiko
    kann nicht ausgeschlossen
    werden
  • Auslösebefund für das
    Ergreifen von Maßnahmen
  • Sanierungsmaßnahmen sofort
    erforderlich
  • Inspektion des Systems
    unverzügliche Desinfektion
  • Nutzungseinschränkung,
    z. B. Duschverbot
  • Nachuntersuchung eine
    Woche nach Desinfektion
KBE = Koloniebildende Einheit, Legionellen pro ml

 

 

Legionellen-Bekämpfungsmaßnahmen - Vor- und Nachteile
Maßnahmen Vorteile Nachteile
Thermische Desinfektion
  • sichere Legionellen-Abtötung
  • keine Chemiekalienzusätze
  • geringe Wuchsbelagsentfernung
  • rasche Wiederverkeimung
  • Verbrühungsgefahr
  • großer Arbeitsaufwand, hohe Betriebskosten
Intermittierende Aufheizung
des Heizkessels auf >  70 °C
  • Legionellen-Minimierung im Kessel
  • Keine Wirkung im Leitungsnetz
Temperatur nach DVGW:
Heizkessel > 60 °C
Warmwasserzirkulation > 55 °C
  • Legionellen-Minimierung
  • empfehlenswert bei Neuinstallation
  • nicht möglich bei Leitungsüberdimensionierung
  • mögliche Erwärmung von Kaltwasser-
    Stagnationszonen zur Aufkeimung
UV-Bestrahlung
  • sichere Abtötung einzeln vorhandener
    Legionellen
  • keine Chemiekalienzugabe
  • Legionellen in Biofim-Partikeln und
    Einzellern werden ungenügend abgetötet
  • keine Depotwirkung
  • kein Biofilmabbau im System
UV-Bestrahlung mit
Ultraschallbehandlung
  • wie bei UV-Behandlung
  • wie bei UV-Behandlung (zuverlässige Legionel-
    len-Freisetzung durch Ultraschall sehr fraglich)
Peroxid-Verbindungen
  • Ablösung von Biofilmen
  • nicht zuverlässig zur Dauerdesinfektion
  • zu niedrige Redoxspannung
Chlorung,
Chlorbleichlauge,
Anodische Oxidation
  • sichere Abtötung einzeln vorhandener
    Legionellen
  • Depotwirkung
  • Chemiekalienzugabe
  • ungenügende Abtötung von Legionellen in
    Biofilmen und Einzellern
Chlordioxid = ClO2
  • sichere Abtötung von Legionellen auch
    aus Biofilmen
  • bei langfristigem Einsatz: keine Biofilmneubildung
  • Abbau von vorhandenen Biofilmen bei
    entsprechender Anwendungskonzentration
  • keine THM- und AOX-Bildung
  • Depotwirkung
  • Chemiekalieneinsatz
  • neigt bei Belüftung des Wassers zum Ausgasen
Quelle: Tabelle nach einer Vorlage aus dem Fachbericht von Schindler, P.: Anmerkungen zur Untersuchung auf und zur Bekämpfung von Legionellen, der Hygieneinspektor 6/2001